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Mühle Juliane

Die Windmühle ist nach langer Renovierung zu unserem Zuhause geworden

Die Windmühle

Die Windmühle bzw. die Reste der Mühle hat eigentlich unser Hund ” Golde” im Jahre 1997 nach einem Spaziergang im Speicherkoog entdeckt. Gesehen und verliebt in diese Ruine und vom Gedanken getragen, diese kleine Mühle muss gerettet werden, begann ein Jahr später für uns das große Abenteuer Mühlenrettung. 

Wir haben es dank der großen Unterstützung unserer Familien, Freunde, Nachbarn, dem Mühlenverein und unseren Mühlenbaumeistern Ernst Lommatzsch und Ronny Beckmann, nach 18 Jahren geschafft : JULIANE ist seit 2016 wieder windgängig, bietet uns ein wunderbares Zuhause und ist wieder zum Wahrzeichen unserer kleinen Gemeinde Nordermeldorf geworden.

Ein ganz besonderes Dankeschön und ein herzliches “GLÜCK ZU ” wünschen wir allen die uns die lange Zeit mit Rat und Tat unterstützt und begleitet haben. Tausend Dank an Euch, wir freuen uns auf viele weitere Jahre mit Euch und weiteren Menschen die beim Erhalt von JULIANE, in welcher Form auch immer, mitwirken möchten.

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Die Geschichte der Mühle Juliane

Erstellt von Herrn Hans Peter Petersen / Hamburg / Stand November 2000. Wir danken Herrn Petersen sehr für die Überlassung dieser, für uns wertvollen, Informationen.

Heute

2006 - 1942

1933 - 1914

1912 - 1900

19. Jahrhundert

Aber im Kriegsjahr 1942 entschloß sich Paulsen zur Einstellung des Windbetriebes, um nur noch elektrisch zu mahlen. Sein Sohn und späterer Nachfolger Friedrich Paulsen hatte im Oktober 1939 seine Gesellenprüfung bestanden und heiratete im Mai 1948 Ruth Amalie Hoffmann aus Ostpreußen.
Als 1949 die Ketelsbütteler Mühle abgebrochen wurde, übernahm Paulsen einen Läuferstein.
Aber schon ein Jahr danach erschien in der „Ditmarscher Landeszeitung“ vom 8.April 1950 folgender Bericht: „ Thalingburen. Um ein Stück Romantik ärmer. An der Mühle von Carl
Friedrich Paulsen wurden in den letzten Tagen die restlichen Windflügel abmontiert, da die Mühle seit Jahren nur noch elektrisch betrieben wird. Damit ist ein weiteres Stück der alten Romantik aus der Landschaft verschwunden.“
Zugleich nahm Willi Jens aus Meldorf auch die hölzerne Flügelwelle, sowie das Stirnrad fort; die Kappe beließ man auf der Mühle, da man den Raum für die Fördereinrichtung der Feinmühle benötigte. Auf dem Stirnradboden fand jetzt eine Grießputzmaschine Platz, in der Kappe
ein Plansichter. Ein zusätzlicher Walzenstuhl wurde im Erdgeschoß eingebaut.
Im Motorenhaus stand der Diesel – neben dem Elektromotor. Man konnte wahlweise den einen oder anderen benutzen. Der Geselle Hermann Lange, gebürtiger Ostpreuße, fuhr jeden morgen von seinem Wohnort Meldorf aus mit dem Fahrrad nach Thalingburen. Er besorgte nicht nur das Mahlen, sondern besuchte auch die Kunden, bei denen er als die rechte Hand des Mühlenbesitzers galt. 1955 feierte man sein 20-jähriges Arbeitsjubiläum, 1959 seine Goldene Hochzeit. Drei Jahre später, also 1962, übergab Carl Paulsen die Leitung des Betriebes seinem Sohn Friedrich; er selbst konnte noch (1969 ) seine goldene Hochzeit feiern, bevor er im 85.Lebensjahr, am 3. Februar 1975, starb.
Friedrich Paulsen betrieb weiterhin Fein-und Schrotmüllerei bis zur endgültigen Stillegung der Mühle im Jahre 1981. Im Wohnhaus der Mühle gründete Dietrich Molder 1981 ein „ Kunststübchen“, das inzwischen nach dem Friedrichskoog umgezogen ist. Der letzte Müller Thalingburens, Fritz Paulsen, bekleidete bei der Feuerwehr das Amt eines Oberlöschmeisters; 1985 schied er aus dem aktiven Dienst aus.
Am 19.August 2000 konnte er seinen 80. Geburtstag feiern. Die heutigen Eigentümer Ralf Uhlenberg und Brunhilde Fietzek begannen 1998 mit dem Umbau des Zwisckstellholländers zu einer Wohnmühle. Wie die Thalingburener Mühle hieß, kann ich Ihnen nicht angeben, denn schon nach dem ersten Weltkrieg war auf dem Bartbrett kein Name zu lesen. Hans Peter Petersen , Hamburg
Stand November 2000

Anmerkung: Durch weitere Recherche konnten wir über die Familie Stührk und hier Frau Magdalene Reinhardt erfahren, dass die Mühle den Namen „Juliane“ trug.
Ralf Uhlenberg & Brunhilde Fietzek
Stand Sommer 2006

Zwei Jahre später, also 1914, erstellte Max Suhr einen weiteren Anbau zur Aufnahme eines Sauggasmotors.
Der Neubau trat an die Stelle des erst 1912 errichteten Speichers. Er grenzte also an die Westseite und zu einem kleinen Teil an die Nordseite der Mühle. Im ersten Weltkrieg, 1915, musste Witwe Paulsen 10 Mark Geldstrafe, wegen eines Vergehens gegen eine Bundesratsverordnung, zahlen. Wegen eines weiteren Vergehens wurde ihre Mühle 1918 vorübergehend geschlossen.

Am 22. November 1918 erschien im „Heider Anzeiger “ folgendes Inserat :
„ Meiner werten Kundschaft zur gefl. Nachricht, dass ich aus dem Felde zurückgekehrt bin, mein Geschäft wieder weiter führe. Nach wie vor reelle Bedienung zusichernd, bittet um gütigen Zuspruch. Karl Paulsen, Wind-und Dampfmühle, Thalingburen. “

Sein Bruder Friedrich war schon 1916 gefallen. Ende September ließ der Landrat die Mühle auf drei Monate schließen. Doch schon am 23.Okober hieß es in der „Ditmarscher Landeszeitung“:
Die Mühle von Paulsen ist wieder geöffnet. Habe Schweineschrott und Maisschrott abzugeben. Paulsen – Thalingburen

Seit Oktober 1919 mit Amada Zimmermann verheiratet, wurde Carl Paulsen am 19.August 1920 Vater eines Sohnes, den den Namen Friedrich August erhielt und später sein Nachfolger werden sollte.
Am 22. September 1928 empfahl Carl Paulsen seine Saatgut-Reinigungs- Anlage „Neusaat-Veredler D.R.P.“ Für die Reinigung eines Zentners Korn berechnete er 70 Pfennige. Im Oktober 1930 stellte Pauslen einen Müllergesellen ein. Heinrich Ahlers aus Meldorf hatte sich in einer Anzeige mit den Worten: „ Bin mit Schrot- und Mehlmüllerei bewandert.“ empfohlen.

Der „nordische Kurier“ berichtete am 21. März 1931 : „ Ein Unglücksfall ereignete sich in der Paulsenschen Windmühle in Thalingburen. Während der Müllergeselle Ahlers aus Meldorf mit dem Oelen beschäftigt war und zu hoch dabei stieg, faßte ihn das Getriebe und verletzte ihn am Kopf und Knie, daß der Verunglückte sofort ins Meldorfer Krankenhaus überführt werden mußte.“
Im Jahr darauf ereignete sich ein neues Unglück: Im Juli riss der Sturm die Windrose von der Thalingburener Mühle. Paulsens Mutter Antje Magarete Luise starb am 6.März 1933.
Carl Paulsen ersetzte den Franzosengang für die Mehlherstellung durch einen Weizenstuhl. Die beiden Schrotgänge ( 120 und 140 mm Durchmesser ) nutzen weiterhin die Kraft des Windes.

Zu einem Verkauf kam es damals noch nicht.
Das Königliche Amtsgericht in Meldorf beraumte für den 26.Januar 1900 eine Zwangsversteigerung der Grundstücke des Landmanns und Mühlenbesitzers Jacob Friedrich Stührk in Barsfleth an.

Eine Anzeige der „ Itzehoer Nachrichten “ vom 28.Januar lautete wie folgt:

Gesucht zum 1. Februar d.J. für die Thalingburener Mühle ein tüchtiger Müllergeselle und ein Bäckergeselle, welche selbstständig arbeiten können, von Nic.Stührk.Sarzbüttel, pr. Nordhastedt.

Sechs Tage später meldete der „Dithmarscher Bote “:
„ Die Stührksche Mühle in Thalingburen kaufte Hofbesitzer L.Thiedemann Brunsbüttelhafen im Zwangsverkauf für 18.000 Mark. Der Müller Christian Friedrich Paulsen, den wir ja schon als Besitzer der Epenwöhrdener Mühle kennengelernt haben, wird im Meldorfer Taufregister von 1901 als Müller in Thalingburen genannt. Offenbar verwaltete er den Betrieb
im Auftrage der beiden Besitzer.

Die „Dithmarscher Landeszeitung“ berichtete am 4.April 1901 :
„ Die im Besitz der Herren L.Thiedemann und Stührk in Sarzbüttel befindliche Mühle in Thalingburen wurden von denselben an Herrn Peters in Wesselburen für 23.000.– Mark verkauft. “

Gustav Ferdinand Peters heiratete im Mai 1901. Er sollte nicht lange Thalingburener
Mühlenbesitzer bleiben. 1903 wurde er wegen Urkundenfälschung zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Im Herbst folgenden Jahres kam es abermals zu einer Zwangsversteigerung, bei
welcher die Spar-und Leihkasse Wilster den
Zuschlag erhielt.

Sie verkauften das Anwesen im April 1905 an den schon erwähnten Christian Friedrich Paulsen. Erst 50 Jahre alt, starb er am 30.September 1907 an Magenkrebs und hinterließ nicht weniger als zwölf Kinder.
Die Witwe übernahm die Leitung des Betriebes, während der erst siebzehn jährige Sohn Carl Paulsen die eigentliche Mühlenarbeit leistete.
1908 versuchte Frau Paulsen die Mühle zu verkaufen, was aber nicht gelang. Im Jahre 1912 ließ sie, durch Max Suhr aus Meldorf, einen Lagerraum mit Durchfahrt erbauen. Aus der Bauzeichnung geht hervor, dass damals bereits ein Anbau an der Südseite (eine Remise) existierte, an den sich ein kleiner Anbau, ebenfalls nach Süden, anschloss. Der neue Lagerraum grenzte im Westen an die Mühle, die Durchfahrt im Osten. Sie blieb also nur an der Nordseite ohne Anbauten.

Die Höfe, des Dorfes Thalingburen, wurden sicherlich bis zum Jahre 1882, von den beiden gleich weit entfernten Mühlen in Epenwörden
nd Barsfleth, versorgt.
Die Müller dieser beiden Mühlen dürften deshalb wenig erfreut gewesen sein, in der „Heider Zeitung“ vom 11. September 1883 folgendes zu lesen:
„ In dem kleinen Dorfe Thalingburen, welches bis jetzt noch ohne Windmühle ist, soll nächstes eine solche gebaut werden, dadurch wird binnen weniger Jahre die Zahl der Mühlen in unserem Kirchspiel um drei vermehrt.“

Den Bau des Zwickstellholländers führte Suhr in Meldorf aus, im Auftrage des Hofbesitzers Jacob Friedrich Stührk, am Barsflether Deich. Er ließ den neuen Müllereibetrieb durch seinen am .Juli 1864 geborenen Sohn Nikolaus Friedrich Stührk verwalten, blieb aber selbst Eigentümer. Der junge Müller heiratete am 2.November 1887 Amalie Christine Freese aus dem Christianskoog und hatte mit ihr etliche Kinder.

In den „Itzehoer Nachrichten“ erschien am
21.Januar 1899 folgende Anzeige :
Verkauf eines Mühlenbesitzes und Landverkauf
Der Müller Jacob Stührk in Thalingburen will seinen daselbst belegenen Mühlenbesitz, bestehend aus Wohnhaus, Mühle mit Wind-und Dampfbetrieb und 69 a 76 qm oder 7 Scheff. 30 Rth. Land, sowie seine in der Barsfleher
Gemarkung belegenen Ländereien, groß resp. 75 a 50 qm oder 14 Scheff.12 Rth. am Montage, den 30. Januar d.J. Nachmittags 3 Uhr, bei H.Böhe in Barsfleth zum Verkauf stellen.

Meldorf , den 19 Januar 1899 Carl Albers